Tag 4 in Bad Honnef

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Am Sonntag hab ich mich für die Wanderung eingetragen, die von der Pastorin geleitet wird. Zum einen hatte ich dann eine schöne Wanderstrecke und zum anderen war ich auch etwas beschäftigt.

Treffpunkt war um 9 Uhr beim Portier. Ziel war die Löwenburg.

Eine Patientin meldete sich gleich zu Beginn der Wanderung, dass sie Angst vor Hunden hat. Wir vereinbarten also, dass ich mit Ylvi zu ihr etwas Abstand halten werden. Ich sprach auch gleich an, dass ich Ylvi im Wald gerne laufen lassen würde. Mein Vorschlag war der, dass ich mit Ylvi vorangehen werde, so könne Sie Ylvi im Blick haben und ich achte darauf, dass Ylvi nicht zu ihr laufen werde. So weit schien da vorerst okay zu sein.

Nach einem Stück sind wir dann noch mal stehen geblieben und die Pastorin fragte wie es der Patientin nun mit dem Hund gehe und ob ich ein wenig erklären könne warum ich Ylvi habe. Also erzählte ich wie und wo mir Ylvi hilft und dass sie mir sehr viel Sicherheit durch ihre Anwesenheit gibt. Hier in Bad Honnef merke ich es sehr deutlich wie gut es mir tut, dass sie bei mir ist. Natürlich kann ich es nachvollziehen wie es ist wenn man Angst hat und mein Ziel ist gegenseitige Rücksichtnahme. Die Pastorin sah das ähnlich und meinte, dass ja beides da sein dürfe, ihre Angst und mein Bedürfnis Ylvi bei mir zu haben. Ich bestätigte auch noch mal, dass Ylvi wirklich brav sei (sprich auch gut abrufbar) und ich auf den Abstand achten werde. So konnten wir weiter gehen.

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Im Wald war ich dann mit zwei Patienten etwas schneller am Weg und so gab es auch keinerlei Probleme, dass Ylvi der Patientin auch nur im entferntesten zu nahe kommen würde. Ich unterhielt mich gut mit einer Mitpatientin und wir beschlossen ganz den „Berg“ (für uns Tiroler Hügel) rauf zu gehen zur Löwenburg während die anderen unten im Gasthaus eine Pause einlegten.

Die Wanderung war echt nett und es tat gut wenigstens eine positive Erfahrung zu haben. Doch an meinem Beschluss hat es nichts geändert.

Der Start war denkbar schlecht und von allen Seiten – Ärzte, Therapeut und Pflege – hatte es Probleme gegeben. So kann ich kein Vertrauen aufbauen, mich nicht öffnen und schon gar nicht verletzlich zeigen. Bei solchen Voraussetzungen macht es einfach keinen Sinn eine Therapie fortzuführen.

Als ich am Abend die Medikamente holte (mir wurde einmal Abendmedikation zu wenig ausgeteilt) fragte ich noch die diensthabende Schwester (diesmal eine neue) nach dem Patensystem. Ich hatte bei der Wanderung erfahren, dass es normalerweise doch eine Art Patensystem gibt bei dem ein Mitpatient dem Neuen zeigt wo was ist, zum Essen mitnimmt usw. Sie erklärte mir ein wenig umständlich, dass sie das eigentlich nicht gern Patenschaft nennt, da es ja nicht so sei als würde der Mitpatient die Verantwortung übernehmen und man würde die Hauptinfos ja bei der Pflege bekommen. Nun, das hatte ja bei mir nicht funktioniert

Was ich rausgefunden hab ist, dass die Station erst am Mittwoch erfahren hat, dass ich am Donnerstag anreisen werde. Dadurch haben sich eben die Schwierigkeiten ergeben, dass ich keinen Patent bekommen hab, denn die Patenschaften werden immer nur montags bei der Patientenversammlung vergeben. Auch die Hauswirtschaft hatte wohl erst sehr kurzfristig (am Donnerstag) erfahren, dass ich komme und daher war mein Zimmer noch nicht fertig. Fand ich sehr spannend, denn ich wusste ja 3 Wochen im vorhinein wann ich den Aufnahmetermin habe.

Zudem hatte ich das Aufnahmegespräch mit der Pflege hatte wegen dem Krampfanfall verpasst. Hier meinte die Schwester, dass wenn sie Dienst gehabt hätt, dann hätte sie geschaut, dass sie dann zu  mir kommt und wir das Gespräch dann halt etwas später machen. So sind halt auch viele Infos an mir vorbeigegangen.

 

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