Zu viel…

Heute morgen war Ylvi immer noch müde und ist nicht mit mir aufgestanden. Nun gut, sie hatte sich die freien Tag voll verdient, also bin ich alleine losgestapft zur Therapie. Komisch war es schon, so ganz ohne meine Beschützerin. Nun gut, auch für die Therapeutin war es anfangs etwas komisch. Als dann eine Thema echt heftig wurde, hab ich zu dissoziieren begonnen. Tja,  nun mussten wir zwei es ohne Ylvi schaffen, dass ich nicht völlig in den dissoziativen Stupor abrutsche. Das war gar nicht so einfach.

Als die Stunde vorbei war wollte ich nur noch heim und mit meinen Hunden kuscheln. Beide waren bereits wie abgemacht mit meinem Mann spazieren gewesen. An dem Nachmittag kämpfte ich laufend mit Depersonalisierungsstörungen, mal stärker mal schwächer. Leider hab ich auch viel Zeit auf Facebook verbracht, da es in einer von mir geleiteten Gruppe gerade richtig rund ging. Die Leute ließen sich aber nicht beruhigen und verhielten sich zum Teil wie im Kindergarten. Mir war alles zu viel und ich ging zu Trixi ins Inform Sport machen. Auch diesmal durfte Ylvi nach einem Dämmerungsspaziergang zuhause bleiben.

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am Landhausplatz

am Landhausplatz

 

Doch die virtuelle Welt holte mich noch mal ein.

Ich beschloss dann mit Ylvi zu kuscheln und schaltete nebenher den Fernseher ein (einfach weil mich das etwas beruhigt wenn ich alleine in der Wohnung bin.) Leider kamen wir nicht weit, denn ich driftete voll in den dissozativen Stupor ab. Wie lange ich weg war, weiß ich nicht. Irgendwann erlangte ich sozusagen wieder das Bewusstsein, war aber immer noch völlig erstarrt. *nerv* also das ganze Programm abgespult, was ich halt so machen kann, damit es besser wird. NICHTS! So frustrierend. Na einer gefühlten Ewigkeit schaffte ich es die Augen zu öffnen. Und was sah ich – eine Ylvi, die sich gemütlich an mich kuschelt anstatt Gas zu geben und mir raus zu helfen. Naja, fairerweise muss ich auch sagen, dass Ylvi noch nicht gelernt hat was sie tun muss wenn ich völlig erstarrt bin. Für die im Bereich Medizin unter euch – es ist ähnlich wie bei einem „Locked In“. Man bekommt alles mit, man spürt alles – also ja Herr Doktor auch den tollen Schmerzreiz hab ich gespürt – AUA – und danke nochmal dafür. Nur blöderweise kann ich nichts dagegen tun, weder mich wehren, was sagen noch sonst was.

Als hieß es warten bis mein Mann heim kam. Der hat zum Glück schnell kapiert was los war und versucht mich rauszuholen, wie er es halt sonst auch immer macht. Doch diesmal kamen wir nicht weiter. Ich konnte über die Augen und mit Blinzeln kommunizieren, aber nicht mehr. Wie frustrierend für uns beide. Er weiß nicht so recht was er alles fragen soll – was er wissen muss um mir helfen zu können. Und ich weiß nicht wie ich ihm mit Zwinkern und Augenbewegungen „sagen“ kann, dass er mal bitte auf sein Handy schaut und dann doch die Rettung anrufen soll.

Eine Ewigkeit später hat er es irgendwann doch kapiert – danke! Ich liebe dich für alles was du für mich tust!!! Nun gut. Tief durchatmen und schauen welche Sanitäter kommen. Die drei waren laut Max eh ganz nette – er arbeitet ja auch beim Roten Kreuz. Doch schon beim umlagern und im Stuhl runter tragen fing ich an zu krampfen. Diesmal hatten sie mich zum Glück gut am Stuhl fixiert, so dass ich wenigstens nicht runterfiel. 5 Krämpfe später war ich in der Notaufnahme. Dort natürlich genau dann gekrampft als der Obmann des Roten Kreuzes an uns vorbei ging – war mir ja eh nicht so schon megapeinlich!! Ne, das musste auch noch sein. Ich hat nur noch gehofft, dass der Boden sich auftut und  mich verschlingt. Das Gespräch mit der Ärztin hat dann eh mein Mann geführt – reden ging ja immer noch nicht. Schlussendlich bekam ich Infusionen und als ich mich wieder bewegen konnte durfte ich heim.

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Jetzt heißt es nur noch ab unter die Decke – Ylvi wärmt schon mal vor.

Gute Nacht.

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