Pflichten des Assistenznehmers in der Öffentlichkeit


Als Assistenznehmer hat man nicht nur Rechte – zum Beispiel den Zutritt mit Assistenzhund in medizinische Einrichtungen und Lebensmittelgeschäfte sowie die Befreiung von Leinen- und Maulkorbpflicht. Doch genauso wichtig sind auch die Pflichten, die man als Assistenznehmer trägt. Darauf möchte ich hier näher eingehen.

Sauberkeit des Assistenzhundes

Ein Assistenzhund sollte nicht gerade eine Matschparty hinter sich haben, bevor er mit in ein Lebensmittelgeschäft oder zur Arztpraxis kommt. Das ist eigentlich logisch, aber oft wird es vergessen. Falls dein Hund gerne schmutzig wird, plane vorher genug Zeit ein, ihn sauber zu machen. Dazu gehört auch, ihn bei Regen gründlich abzutrocknen, bevor man in sensible Bereiche geht. Darum empfehle ich dringend, immer ein kleines Handtuch und bei Bedarf einen Regenmantel dabeizuhaben – gerade ein Regenmantel ist sehr praktisch, wenn der Hund mit ins Büro oder andere Innenräume kommt. Niemand möchte, dass das Büro nach nassem Hund riecht.

Ebenso wichtig ist eine Liegedecke. Besonders kleine Assistenzhunde, die im öffentlichen Verkehr neben dem Assistenznehmer sitzen, sollten eine Decke unter sich haben. Das schont nicht nur die Sitze, sondern verhindert auch Beschwerden von anderen Fahrgästen oder Gästen. Denn schlechte Eindrücke einzelner Assistenzhundeteams werden häufig auf alle übertragen.

Was ein Assistenznehmer sonst noch so alles mitführen sollte, darauf gehe ich hier ein.

Hygiene und Rücksichtnahme bei Lebensmitteln

In Lebensmittelgeschäften sollte der Assistenzhund keine Lebensmittel anschnüffeln, egal ob offen oder verpackt. Auch im Wirtshaus gehört es zur Pflicht des Assistenznehmers, den Hund bei sich zu behalten, damit er nicht zu jedem hinläuft oder gar in die Küche läuft. Assistenzhunde haben dort, wo Lebensmittel zubereitet werden, nichts verloren. Ausnahme ist eine Schauproduktion, da diese meistens hinter Glas sind. Bitte informiert euch vorab über die Gegebenheiten.

Auch wenn die Leinenpflicht entfällt, muss der Hund immer unter Kontrolle bleiben und darf niemanden belästigen. Es ist außerdem unsere Aufgabe, ihn vor unerwünschten Streicheleinheiten zu schützen, denn viele Fremde wollen den arbeitenden Hund oft ungefragt berühren. Hier muss der Assistenznehmer eingreifen.

Verhalten in der Öffentlichkeit

Lokalbesitzer oder Ärzte haben das Recht, ein Assistenzhundeteam rauszuwerfen, wenn sich der Hund oder das Team daneben benehmen – aber das Fehlverhalten muss schon massiv sein. Zum Beispiel, wenn der Hund wiederholt fremde Menschen anbellt oder anspringt. Den Assistenznehmer zum Zweck der Anzeige anbellen oder anspringen ist davon natürlich ausgenommen. Ebenso sollte ein einmaliges wuffen kein Problem sein.

Zu unseren Pflichten gehört auch, dass der Hund gesund und gepflegt ist: er sollte regelmäßig geimpft, entwurmt und gegen Parasiten wie Flöhe und Zecken geschützt sein.

In Gaststätten sollte der Sitzplatz so gewählt werden, dass der Hund sicher auf seiner Decke liegen bleibt und vor aufdringlichen Menschen und Kindern geschützt wird. Wenn der Hund „blocken“ soll, sollte dafür ein Platz gewählt werden, der niemanden stört. Im Lebensmittelgeschäft einen ganzen Gang zu blockieren, ist unhöflich und führt oft zu Beschwerden – das schadet allen Assistenzhundeteams.

Kontrolle trotz Freilauf und Verantwortung

Obwohl Assistenzhunde oft frei laufen dürfen, ist es die Pflicht des Assistenznehmers, den Hund jederzeit unter Kontrolle zu haben und Fehlverhalten zu verhindern. Wenn das nicht sicher möglich ist, darf der Hund gern an der Leine (oder Schleppleine) geführt werden. Nur weil Freilauf erlaubt ist, heißt das nicht, dass er überall und jederzeit notwendig ist.

Fehlverhalten kann passieren – wenn der Hund mal zu einem Menschen hinläuft, sollte man ihn sofort zurückholen und sich entschuldigen. Verantwortung übernehmen ist das Wichtigste.

Ruhepausen für den Assistenzhund

Nicht zuletzt ist der Assistenznehmer dafür verantwortlich, dass der Hund genug Ruhe und Schlaf bekommt. Ein Assistenzhund braucht etwa 18 Stunden Ruhe pro Tag, bei Krankheit oder im Alter sogar 20 bis 22 Stunden. Zu wenig Schlaf führt zu Stress und das kann in weiterer Folge Krankheiten sowie Verhaltensprobleme verursachen.

Fazit: Als Assistenznehmer tragen wir eine große Verantwortung – nicht nur dem eigenen Hund gegenüber, sondern auch der Öffentlichkeit. Sauberkeit, Hygiene, Kontrolle und Rücksicht sind die Schlüssel, damit der freie Zutritt und die Akzeptanz für Assistenzhundeteams erhalten bleiben. Gleichzeitig dürfen wir den Druck nicht zu groß machen: Auch ein Assistenzhund ist kein Roboter, und Fehler können passieren – wichtig ist, wie wir damit umgehen.

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