Es zeigt ein Muster vom Teamausweis vorne und hinten.

Was Assistenznehmer immer dabeihaben sollten – Ein praktischer Leitfaden


Wer mit einem Assistenzhund unterwegs ist, trägt viel Verantwortung – nicht nur für das Tier, sondern auch für reibungslose Abläufe im Alltag. Damit der Alltag möglichst unkompliziert und stressfrei verläuft, gibt es einige Dinge, die Assistenznehmer immer mit sich führen sollten.

1. Kennzeichnung des Assistenzhundes

In Österreich gibt es eine einheitliche Möglichkeit zur Kennzeichnung von Assistenzhunden – etwa durch Halstücher, Kenndecken, Leinenbanderolen oder ein Tuch für den Führbügel.

Rein rechtlich ist die Kennzeichnung nicht verpflichtend, aber dennoch sehr hilfreich. Sie sorgt dafür, dass unser Umfeld sofort erkennt: Das ist ein Assistenzhund! Das verhindert unangenehme Fragen oder Missverständnisse. Einige Assistenzhunde tragen ihre Kennzeichnung sogar in der Freizeit – warum das sinnvoll ist, erkläre ich hier.

2. Ausweise: Behindertenpass und Teamausweis

Es zeigt ein Muster vom Teamausweis vorne und hinten.

Obwohl der Hund keine sichtbare Kennzeichnung tragen muss, müssen Assistenznehmer jederzeit ihre Ausweise vorzeigen können! Das bedeutet: Sowohl der Behindertenpass als auch der auf drei Jahre befristete Teamausweis sollten immer mitgeführt werden. Nur in Kombination sind die beiden Dokumente ein gültiger Nachweis für den rechtlichen Status des Teams. So kann auch verhindert werden, dass normale Familienhunde fälschlich als Assistenzhunde ausgegeben werden.

Es zeigt den Behindertenpass vorne und hinten mit dem Pictogramm für Assistenzhund
Behindertenpass Muster

3. Heimtierausweis

Auch der Assistenzhund braucht Dokumente – insbesondere den Heimtierausweis, der mehr ist als nur ein Impfpass. Da wir oft unterwegs sind, kann es passieren, dass wir im Notfall einen fremden Tierarzt aufsuchen müssen. Jeder Tierarzt sollte bei neuen Patienten den Heimtierausweis kontrollieren. Das steht im neuem Heimtierhaltegesetz, das am 1.1.2025 in Kraft getreten ist (Österreich). In der Vergangenheit kam es bereits vor, dass eine Behandlung abgelehnt wurde, weil kein gültiger Heimtierausweis vorgelegt werden konnte.

4. Frisches Wasser

Assistenzhunde leisten täglich viel – körperlich wie mental. Umso wichtiger ist es, ihnen jederzeit frisches Wasser anbieten zu können – und das nicht nur im Sommer. Eine faltbare Trinkschale oder eine spezielle Hundetrinkflasche passt in jede Tasche.

5. Leckerlis & Jackpot-Belohnungen

Moderne, belohnungsbasierte Trainingsmethoden basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen – und das aus gutem Grund: Nur Verhalten, das sich für den Hund lohnt, wird auch regelmäßig gezeigt.

Im Alltag sind Spielbelohnungen oft nicht umsetzbar – etwa beim Arzt oder im Supermarkt. Daher ist Futter als schnelle, effiziente Belohnung besonders geeignet. Für besondere Leistungen (z. B. Anzeigeverhalten) lohnt es sich, einen Jackpot dabeizuhaben – also eine besonders hochwertige Belohnung.

6. Kauartikel

Kauen beruhigt – das ist wissenschaftlich belegt. Ein Kausnack oder ein Schleckartikel kann in stressigen Situationen helfen, den Assistenzhund zu entspannen. Ideal für Wartezeiten oder Pausen.

7. Liegedecke

Nicht nur Menschen sitzen gerne bequem – auch Assistenzhunde schätzen einen bequemen Platz. Vor allem bei extrem warmem oder kaltem Boden schützt eine Liegedecke vor Hitzeschäden oder Blasenentzündungen.

Zudem hilft die Decke, Sitze in öffentlichen Verkehrsmitteln (z. B. im Zug) sauber zu halten und unangenehme Situationen mit Mitreisenden zu vermeiden – besonders bei kleinen Assistenzhunden, die auf dem Sitzplatz untergebracht werden.

8. Kleines Handtuch & ggf. Regenmantel

Das Wetter wechselt oft schneller als gedacht – ein kurzer Regenschauer kann unangenehm werden, gerade auf dem Weg zu wichtigen Terminen. Ein kleines Handtuch zum Abtrocknen hilft, dass sich der Hund nicht mitten in der Arztpraxis oder im Supermarkt schütteln muss.

Wer weiß, dass es regnet, kann zusätzlich einen Regenmantel für den Hund einpacken – natürlich nur, wenn das Tragen vorab stressfrei trainiert wurde.

9. Individuelles Zubehör je nach Behinderung

Je nach Behinderung gibt es weiteres wichtiges Zubehör:

Für Diabetiker: Messgerät, Stechhilfe, Traubenzucker oder Schokolade für Notfälle, Insulin etc.

Bei PTBS oder anderen psychischen Erkrankungen: Skill-Tasche mit beruhigenden oder aktivierenden Hilfsmitteln wie Duftölen, sauren Bonbons, Fidget-Cubes oder Igelbällen.

Bei Sehbehinderungen: Ein Kurzstock neben dem Blindenführhund, um angezeigte Hindernisse zusätzlich ertasten zu können.

Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse – pack daher am besten alles ein, was dir deinen Alltag erleichtert und dich unterstützt. Mit der richtigen Vorbereitung wird der Alltag mit deinem Assistenzhund nicht nur einfacher, sondern auch sicherer – für dich, deinen Hund und alle Menschen, die euch begegnen.

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