Umgang mit Assistenzhundeteams

Was mache ich wenn ich auf einen Assistenzhund treffe?

Eine Assistenzhund im Dienst erkennt man an seiner Kenndecke oder speziellen Führgeschirr wie zb das Führgeschirr für Blindenführhunde. In der Regel befindet sich auf der Kenndecke neben einem Logo (meisten von der Ausbildungsstätte) ein Schriftzug mit „Assistenzhund“, „Servicehund“, „Signalhund“, „Therapiehund“, „Behindertenbegleithund“, „Blindenführhund“ oder „Hörbehindertenhund“. Auch die englischen Varianten wie „assistance dog“, „servicedog“ oder „medical alert dog“ sind im deutschsprachigem Raum gängig.

 

In Österreich gibt es seit dem neuen Gesetz ein einheitliches Logo, das man nach dem Bestehen der Prüfung bekommt. Allerdings ist es noch nicht sehr weit verbreitet, da es dieses einheitliche Logo erst seit der Gesetzesänderung im Jänner 2015 gibt. Gültig ist es in Verbindung mit einem Behindertenausweis mit Zusatzeintragung Assistenzhund.

In Deutschland gibt es zum Beispiel für Assistenzhunde keine einheitlichen Logos oder Kenndecken. Lasst euch also bitte dadurch nicht verwirren.

Zum Teil tragen Notfall- oder Anfallswarnhunde spezielle SOS- Nachrichtenröhren um den Hals oder an der Kenndecke.

 

Assistenzhunde können nur dann ihre Arbeit gut machen und ihrem Menschen helfen, wenn sie dabei nicht behindert oder gestört werden! Bitte denken Sie stets daran!

 

So können Sie aktiv helfen:

1. Nicht anstarren:

Niemand hat es gerne wenn er angestarrt wird – deshalb bitten wir Sie weder den Assistenzhund, noch seinen menschlichen Partner anzustarren. Jeder von Ihnen hat schon einmal einen Hund gesehen und es ist einfach extrem unangenehm angestarrt zu werden.

Gerade bei Menschen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung kann ein Anstarren auch eine Panikattacke auslösen. Deshalb bitten wir Sie Rücksicht zu nehmen.

 

2. Nicht ablenken:

Bitte lenken Sie den Assistenzhund nicht bei seiner Arbeit ab, denn diese benötigt viel Konzentration. Das gilt auch wenn der Hund entspannt irgendwo liegt und nach außen hin nicht ersichtlich ist, dass er gerade arbeitet. Bitte sprechen Sie den Hund nicht an und füttern Sie ihn nicht.

Wenn Sie auf einen Mensch-Hunde-Team treffen bitte nehmen Sie Ihren eigenen Hund an die Leine und umgehen das Gespann zügig. Die Assistenzhunde haben zwar gelernt andere Hunde zu ignorieren, aber bitte erschweren Sie dem Hunde nicht unnötig seine Arbeit.

 

3. Nicht locken:

Bitte locken Sie den Hund nicht von seinem Partner weg, er muss bei seinem Halter bleiben um seine Arbeit machen zu können. Das selbe gilt auch für Assistenzhunde, die irgendwo „abgelegt“ wurden oder irgendwo sitzen ohne dass deren Halter offensichtlich in der Nähe ist.

 

4. Nicht anfassen:

Bitte NICHT streicheln

Bitte fassen Sie den Assistenzhund nicht an und streicheln Sie ihn nicht. Ein unvermitteltes fremdes Anfassen und Führen können den Hund verunsichern. Bitte greifen Sie auch den Assistenznehmer nicht unvermittelt an. Dies kann bei Menschen mit Ptbs zu Flashbacks und Dissoziationen führen.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Assistenznehmer Hilfe benötigt können Sie diese gerne anbieten.

Menschen mit Blindenführhunden freuen sich, wenn Sie Ihnen zum Beispiel sagen wann die Ampel auf grün schaltet oder welcher Bus gerade in die Haltestelle einfährt.

Bitte bringen Sie auch ihren Kindern generell bei, dass sie niemals eine fremden Hund angreifen dürfen ohne vorher zu fragen.

 

5. Nicht erschrecken:

Bitte erschrecken Sie den Assistenzhund nicht. Zum Beispiel durch Knallerbsen, Feuerwerkskörper, Schüsse aus Zündplättchenpistolen oder ähnlichem. Sie gefährden sonst die Diensttauglichkeit des Hundes. Bitte geben Sie das auch an ihre Kinder weiter.

 

6. Ausweichen:

Bitte erleichtern Sie dem Assistenzhund seine Arbeit indem sie den Weg freigeben/ ausweichen. Andere Hunde wie oben bereits erwähnt bitte an die Leine nehmen.

 

Assistenzhund Willkommen

 7. Kein Zutrittverbot:

Bitte denken Sie immer daran, dass Menschen mit Handicap (und das musst nicht immer offensichtlich sein!) auf ihre Assistenzhunde angewiesen sind und diese deshalb wenn irgendwie möglich bei sich haben sollen. Gestatten Sie bitte Menschen mit Assistenzhunde den Zutritt auch dort, wo Hunde ansonsten nicht zugelassen sind. Haben Sie Verständnis dafür, dass Sie an solchen Orten gelegentlich auf Assistenzhunde treffen werden. Achten Sie bitte, auch wenn Sie kein Hundefreund sind, die Leistung dieser Hunde und deren unschätzbaren Wert für ihre Halter. Es ist für sie wie der Rollstuhl für einen Rollstuhlfahrer oder die mobile Sauerstoffflasche für Menschen mit Atemproblemen.

In Österreich ist den Assistenzhunden der Zutritt zu Lebensmittelgeschäfte laut einem Bescheid vom „Bundesministerium für Frauen und Gesundheit“ zu gewähren. Eine Zutrittverweigerung kommt laut Gesetz einer Diskriminierung gleich und kann mit Geldstrafen geahndet werden.

Das Gesetz, dass Behinderte nicht diskriminiert werden gibt es eigentlich in allen Ländern, da es in den UN-Konventionen (internationales Recht) verankert ist.

 

8. Hunde tragen keine Schuhe:

Bitte werfen Sie daher nichts auf den Boden, was Hundepfoten verletzen können und entfernen Sie derartige Gegenstände möglichst rasch und vollständig. Oder möchten Sie barfuß über Scherben, Kronkorken, scharfe Verschlusssachen von Getränkedosen oder ähnlichem laufen?

 

9. Bitte fragen Sie nicht warum derjenige einen Assistenzhund braucht:

Nicht alle Erkrankungen oder Behinderungen sind offen erkennbar. Wenn Sie auf einen Menschen mit Assistenzhund treffen, der keine offensichtliche Behinderung hat, fragen Sie ihn bitte nicht warum er einen Assistenzhund benötigt. Wenn jemand einen Assistenzhund hat, dann hat dies einen guten Grund und niemand ist verpflichtet diesen auch öffentlich bekannt zu machen. Es ist sogar eine Diskriminierung denjenigen nach der Art seiner Behinderung zu fragen.

Als Nachweis für das Zutrittsrecht gilt der Behindertenpass und die Eintragung, dass der Mensch auf einen Assistenzhund angewiesen ist.

 

Wir Assistenzhundehalter und unsere Vierbeinigen Helfer danken euch für Euer Verständnis!!

 

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